a a a

Entgelte und Umlagen

Informationen zur neuen Gasumlage

Was sind die Ursachen für die kritische Energiesituation? Russlands Krieg gegen die Ukraine führt zu Verwerfungen auf den Energiemärkten. Russland setzt Energie als Waffe ein: Seit Ende Juli kommen nur noch 20 Prozent der vertraglich vereinbarten Liefermenge nach Deutschland. Gasimporteure müssen nach Ersatz suchen und die Lieferausfälle zu hohen Preisen kompensieren. Eine Folge des Konflikts ist, dass weltweit die Preise an den Beschaffungsmärkten für Strom und Gas weiter klettern. Die zusätzlichen Kosten können die Importeure aufgrund vertraglicher Regelungen häufig nicht voll an Einzelhändler, also Energielieferanten und große Industriekunden weitergeben. Das führt bei den betroffenen Gasimporteuren zu erheblichen Verlusten, die sie nur zeitlich begrenzt verkraften können. In einer solchen Situation droht der Zusammenbruch von Unternehmen, die für das Funktionieren des Gasmarktes und die Versorgungssicherheit elementar wichtig sind. Damit sie zahlungsfähig und damit lieferfähig bleiben, werden sie mit Geldern der Umlage gestützt.

Wer bekommt das Geld aus der Umlage? Mit den Einnahmen aus der Umlage werden zum einen betroffene Importeure wie Uniper gestützt (Gasbeschaffungsumlage). Die Ansprüche sollen streng geprüft werden. Zum anderen werden davon die Kosten der Trading Hub Europe GmbH (THE) bezahlt, die diese für das Gasspeichermanagement hat. Mit dieser Aufgabe ist sie von der Bundesregierung betraut worden. Vorgabe ist, dass die Gasspeicher am 1. November zu mindestens 95 Prozent gefüllt sein sollen.

Wer zahlt die Umlage? Alle, die Erdgas nutzen. Die Last wird so auf möglichst viele Schultern verteilt.

Wie wird die Höhe der Umlage berechnet? Der Betrag der Umlage hängt davon ab, in welcher Höhe finanzielle Ausgleichsansprüche geltend gemacht werden. Die Umlage wird vierteljährlich berechnet und bei Bedarf angepasst. Sie besteht aus zwei Komponenten: der Gasbeschaffungsumlage (Rettung Importeure) und der Gasspeicherumlage (Bewirtschaftung/Befüllung). Beide Umlage-Komponenten sind zeitlich befristet: Die Beschaffungsumlage läuft bis zum 30. September 2024, die Speicherumlage endet am 31. März 2025.

Wie wird die Umlage erhoben? Mit den Gasrechnungen der Energielieferanten an ihre Kundschaft. Energielieferanten wie die Stadtwerke Friedberg sind Erfüllungsgehilfen des Bundes. Sie müssen die Umlage mit dem Gaspreis erheben und dann an die Bundesregierung abführen.

Sind die Gasumlagen rechtlich zulässig? Ja. Basis dafür sind das Energiesicherungsgesetz, Paragraf 26, und das Energiewirtschaftsgesetz, Paragraf 35e.

Gibt es eine Entlastung für Haushalte? Die finanzielle Belastung durch die Gasumlage ist erheblich. Die Bundesregierung will besonders Betroffene deshalb unterstützen. Energieversorger wie wir müssen die Gasumlage aber bei allen erheben und abführen. Ein Bruch in der Zahlungskette würde die Versorgung aller gefährden. Denn auch wir müssen unseren Zahlungsverpflichtungen weiterhin nachkommen können.

Gasbeschaffungsumlage ab 01.10.2022 2,419 Cent/kWh (zzgl. MwSt.)
Gasspeicherumlage ab 01.10.2022 0,059 Cent/kWh (zzgl. MwSt.)

Weitere Informationen erhalten Sie hier...

 

Bilanzierungsumlage

SLP Bilanzierungsumlage (Haushaltskunde)

Zur Deckung des zu erwartenden Fehlbetrages aus dem Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie wird gemäß GaBi Gas 2.0 u.a. eine SLP Bilanzierungsumlage erhoben. Diese ist von Bilanzkreisverantwortlichen zu tragen, die SLP Entnahmestellen beliefern.

RLM Bilanzierungsumlage (Gewerbekunden mit registrierender Lastmessung)

Zur Deckung des zu erwartenden Fehlbetrages aus dem Einsatz von Regel- und Ausgleichsenergie wird gemäß GaBi Gas 2.0 u.a. eine RLM Bilanzierungsumlage erhoben. Diese ist von Bilanzkreisverantwortlichen zu tragen, die RLM Entnahmestellen beliefern.

Quelle: www.tradinghub.eu

Gültig ab 01.10.2021 ab 01.10.2022
Bilanzierungsumlage SLP 0,00 Cent/kWh 0,570 Cent/kWh
Bilanzierungsumlage RLM 0,00 Cent/kWh 0,390 Cent/kWh

Weitere Informationen erhalten Sie hier...

 

CO2-Bepreisung

Seit dem 1. Januar 2021 greift das Gesetz über einen nationalen Zertifikatehandel für Brennstoffemissionen, kurz Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG).

Es soll den bisher schon bestehenden EU-Emissionshandel (EU ETS) ergänzen und die Sektoren Wärme und Verkehr erfassen. Das BEHG ist die Grundlage für ein nationales CO2-Emissionshandelssystem (nEHS) und führt zu einer Bepreisung der CO2-Emissionen.

Inverkehrbringer eines Brennstoffs müssen für den damit verbundenen Ausstoß von Treibhausgasen entsprechende CO2-Zertifikate erwerben.

Das Gesetz ist seit Ende 2019 in Kraft.

Mit der Umsetzung des BEHG erhöhen sich in den nächsten Jahren die Kosten für den Endverbraucher für verschiedene Brennstoffe, da die Inverkehrbringer (z.B. von Erdgas) i.d.R. die Kosten für CO2 an die Endverbraucher weitergeben werden.

Weitergehende Informationen zum BEHG finden Sie beispielsweise hier: FAQs zum BEHG

Jahr 2021 2022 2023 2024 2025
Zertifikatspreis nach §10 BEHG 25,-€/t CO2 30,-€/t CO2 35,-€/t CO2 45,-€/t CO2 55,-€/t CO2
Emissionspreis pro Kilowattstunde (netto) 0,46 ct/kWh 0,55 ct/kWh 0,64 ct/kWh 0,82 ct/kWh 1,00 ct/kWh

 

Wer ist „Inverkehrbringer“?
Der „Inverkehrbringer“ eines Brennstoffes nach dem BEHG ist der Lieferer, der an einen Endkunden liefert, der den Brennstoff aus dem Leitungsnetz entnimmt (Entstehung der Energiesteuer). Die Verantwortung ergibt sich demnach aus dem Energiesteuergesetz, obwohl die CO2-Bepreisung keine Steuer ist! Steuerschuldner ist gem. § 38 Abs. 2 EnergiesteuerG der Lieferer. Somit sind alle Unternehmen, die in Besitz eines energiesteuerlichen Lieferernachweises sind, als Inverkehrbringer anzusehen.